Eine Ausstellung über die patriarchalen Strukturen der Gynäkologie in Deutschland und wie sie bis heute nachwirken.
Frauengesundheit ist bis heute von Machtverhältnissen geprägt, deren Wurzeln weit zurückreichen. „Chefsache Frauengesundheit“ macht diese Geschichte zum begehbaren Raum: Besuchende nehmen die Perspektive einer Patientin ein und durchlaufen die Dramaturgie eines gynäkologischen Termins – Anmeldung, Wartezimmer, Behandlung, Labor. Jeder Station ist ein Kapitel medizinhistorischer Realität gegenübergestellt.
Bewusst ist der Rundgang nicht frei begehbar. Bodenmarkierungen geben den Weg vor und stellen direkte Fragen, die die Besuchenden innehalten lassen – das Gefühl des Ausgeliefertseins, das viele aus dem Behandlungszimmer kennen, wird räumlich spürbar.
Gestalterisch treffen zwei Welten aufeinander: eine technisch-medizinische Ebene aus klaren Linien, harten Materialien und kaltem Licht – und eine intime aus weichen Stoffen, organischen Formen und warmem Licht. Konstruktiv ist alles als modulare Abfolge klar getrennter Stationen gebaut, leicht auf- und abbaubar.
So wird strukturelle Ungleichheit nicht erklärt, sondern erfahrbar – und die Ausstellung schließt mit der Frage, wie eine Frauengesundheit aussähe, die Selbstbestimmung in den Mittelpunkt rückt.